Welches ist der Unterschied zwischen Wiedergeburt und Wiederverkörperung?
Wiedergeburt ist keine Wiederverkörperung, wie es in Religionen des Ostens gelehrt wird.
Eine Wiedergeburterfolgt unter der Führung Gottes und Christi aus dem göttlichen geistigen Reich heraus. Engel Gottes haben die Planung und Ausführung für ein neues Erdenleben eines gefallenen einstmaligen Kindes Gottes auszuführen (Sündenfall: Lukas 10,18 + Offb. 12, 7-12).
Es besteht die Möglichkeit, dass die jeweilige zu läuternde Seele bereits viele Erdenleben in unterschiedlichen Lebensformen auf unserem Planeten Erde hinter sich gebracht hat. Auch in verschiedene Kulturen bzw. Länder inkarniert worden war, auch unterschiedliche Religionsströmungen erlebt hat.
Die höchste Schöpfungsart in grobstofflicher Daseinsform ist ein menschliches Wesen. Dieses Wesen legt nach dem Tod den menschlichen Körper ab und kommt wieder in eine geistige Sphäre zur weiteren Höherentwicklung. Alle diese Prozesse werden nach dem Willen Gottes unter der Führung Christi von Engeln des Himmels ausgeführt.
Eine Wiederverkörperung wird ohne Führung Gottes eigenmächtig, auf Grund der vielen Irrlehren, von verstorbenen, nicht in die Ordnung Gottes aufgenommenen, erdgebundenen Wesen vollzogen und in der Folge kommt es bei unzähligen Geburten zu schwersten Missbildungen und hochgradiger Besessenheit (Geistesgestörtheit). In Indien wird bedauerlicherweise die Wiederverkörperungslehre immer noch ernsthaft in Betracht gezogen und gelehrt.
Durch den Unglauben in den sogenannten christlichen Ländern kann es und kommt es auch schon zu vielen neuen unheilbaren Krankheiten. Gott lässt dieses zu, er hat von Anbeginn seiner Schöpfung allen seinen Kindern den freien Willen geschenkt, wer ihn gegen die Gesetze Gottes missachtet muss die Ernte übernehmen.
Wiederverkörperungen kann auch der Todesfürst Luzifer aus seinem Reich - dem Totenreich – veranlassen, darum warnen wir Geistchristen vor dem Klonen von Menschenkörpern. Gott beseelt derartige Gebilde nicht mit gefallenen Geschöpfen aus seiner Ordnung heraus. "Was Menschen säen, müssen sie selbst ernten", würde Christus auch zu diesem Thema wiederum erklären.
Gott sei es gedankt, kann Luzifer nur ausnahmsweise selbst Inkarnationsvorgänge vornehmen.Seitdem Christus durch seinen Erlösungstod die Macht Luzifers durchkreuzt hat, lässt Gott es nur zu, wenn sich eines seiner gefallenen Geschöpfe freiwillig – durch sein gottabgewandtes Leben - wieder in den Machtbereich Luzifers begibt, ihm regelrecht als Knecht dient. Als Beispiel: Hitler, Stalin usw. sind Wesen, die nach ihrem irdischen Tod wieder in das Reich Luzifers stürzten. Sie sind wieder Tote, Wesen vom Guten – von Gott – getrennt.
Zur Beruhigung: derartige Wesen können das Reich Luzifers für lange Zeitperioden (viele Jahrtausende) nicht verlassen und auch nicht durch ihn hier auf Erden inkarniert werden. Diese Wesen sind durch die Aufsicht von Engeln Gottes im wahrsten Sinne des Wortes in den Höllensphären gebannt. Wenn sich Geister über dubiose Mittler-Medien kundtun und behaupten, sie seien z. B. Hitler oder Stalin usw., dann handelt es sich in diesen Fällen um Lügen- bzw. Foppgeister, die sich über Menschen lustig machen und sie als "geistige Spielbälle" benutzen.
Ein Zurückstufen nach dem Willen Gottes in niedrigere Daseinsformen (Mineral-, Pflanzen- und Tierreich) ist für einen Menschen – auch nach dem Ablegen des Erdenkörpers – nicht möglich, aber ein Stillstand für lange Zeiten oder ein Zurückstufen in die höllischen Welten können geschehen. Dieses sind: Gott sei es gedankt, große Ausnahmen, wie weiter oben (Hitler/Stalin usw.) erwähnt.
Aber wir weisen immer daraufhin, erst seit 1.974 Erdenjahren ist die Macht Luzifers beschnitten, durch die Erlösungstat Jesu am Kreuze auf Golgatha. Alle gefallenen Geschöpfe Gottes, ob wir Menschen oder außerhalb der göttlichen Reiche sich aufhaltende Wesenheiten, auch verstorbene Menschen, werden von der göttlichen Seite nach ihren guten Taten beurteilt und entsprechend vor den Mächten und Knechten Luzifers beschützt. Unzählige Engel Gottes in allen grobstofflichen und feinstofflichen Welten wirken unter der Führung Christi, gottgewollt, damit jede gefallene Seele wieder einst in das Reich Gottes eingehen kann. Christus: "Nur durch mich kommt ihr zum Vater!" Dieses ist nicht Christi Wille, sondern der Wille Gottes, Schöpfer allen Lebens in allen Welten. Jeder Mensch entscheidet, wem er dient: Gott und Christus oder dem Todesfürsten Luzifer. "An deinen Früchten wirst du erkannt werden", sagte Christus einst auf Erden.
Der nachfolgende Gottesdienstvortrag eines Geistes der Wahrheit, der sich für uns Menschen – Josef – nennt, gibt einen Einblick in das Wirken der Engel Gottes.
Aus der geistigen Welt empfangene Belehrungen – durch das Tieftrance-Sprechmedium Beatrice (verstorb. 1983) vom 20. März 1976 im Gr. Konservatoriumssaal/Zürich – Tonbandwiedergabe
1344. veröffentlichter Gottesdienst-Vortrag unseres jenseitigen Lehrers aus der Welt des Lichtes, Josef:
Jesus und Johannes der Täufer
Worte Christi über die Wiedergeburt
Gott zum Gruß! Liebe Geschwister, Johannes der Täufer war der letzte Prophet des Alten Bundes. Er führte ein ungemein bescheidenes Leben, zeitweise sogar in der Wüste. Die einen zollten Johannes Bewunderung, von den anderen wurde er verworfen, denn er galt als strenger Bußprediger. Später kam Johannes ins Gefängnis, und dort hörte er von den Wundertaten Jesu. So trug er seinen Jüngern auf, bei Jesus sich zu erkundigen, ob er der Messias sei. Jesus ließ ihm als Antwort sagen: "Blinde werden sehend, Lahme gehen wieder, Unreine (Aussätzige) werden rein." (Vgl. Matthäus 11, 5.) Diese Worte überbrachte man Johannes dem Täufer. Da war es diesem klar geworden, dass Jesus der erwartete Messias war. Hatte er doch stets gepredigt, der Messias werde kommen und der Menschheit die Erlösung bringen.
Damals wussten die Menschen den Namen des Messias noch nicht; sie wussten überhaupt nicht, wer dieser Messias sein solle. Jesus predigte zu seiner Zeit auch, er lehrte und sprach dabei oft von Johannes. Denn dieser war sein Vorläufer. Der Täufer gab Kunde von seinem Werk, von der Aufgabe, die er ‑ Christus ‑ erfüllen werde. Doch wusste Johannes nicht sicher, ob Jesus tatsächlich dieser Messias sei. Jesus also sprach auch von Johannes, der ein strenger Bußprediger war, wie ich schon betonte. Die Menschen, welche Johannes nicht annahmen, hatten an ihm auszusetzen, dass er ein so bescheidenes Leben führte, so kärgliche Nahrung zu sich nahm. Er aß wenig und trank keinen Wein. Darum sagten sie: "Dieser lebt so bescheiden, während dieser Jesus mit uns isst und trinkt. Aber was uns nicht gefällt: er unterhält sich mit den Sündern." Also hatten sie an beiden etwas auszusetzen, an Johannes und an Jesus.
Jesus sagte zu den Seinen, die ihm zuhörten, als er über Johannes sprach: "Ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht: dieser Johannes ist der wiedergeborene Elias." Mit diesen Worten setzte Jesus die Seinen in Erstaunen. Er fügte noch hinzu: "Er ist jener Elias, den ihr im Kommen glaubt." Damit meinte Jesus, die Juden von dazumal erwarteten das Kommen des Elias; sie glaubten, er werde der Messias sein. Christus wollte damit sagen: "Er ist der wiedergeborene Elias, er ist hier und lebt, aber ihr wisst es nicht, ihr wartet ja noch auf ihn." Also vermochten die Menschen damals dies auch nicht richtig zu erkennen und zu verstehen.
In der christlichen Lehre spricht man wenig oder gar nicht von der Wiedergeburt.Dabei ist die Wiedergeburt in der christlichen Lehre etwas so Wichtiges und Bedeutungsvolles. Man meint, Christus habe nirgends davon gesprochen, dass man wiedergeboren werden muss. Er hat es aber getan, darüber habe ich auch schon geredet. Christus hat sich ja im Allgemeinen der Bildersprache bedient. Die Menschen waren damals noch nicht fähig, die Wahrheit zu verstehen; daher konnte er sie ihnen nur in dieser Form bringen. Der Geist der Wahrheit sollte, das wurde euch auch schon gesagt, dafür besorgt sein, dass die Wahrheit zu den Menschen kommt. So ist es unsere Aufgabe, ist es meine Aufgabe, in dieser Weise Klarheit zu schaffen, auch wenn manche Freunde es noch nicht verstehen noch begreifen können. Ich möchte jedoch annehmen, dass mit der Zeit diese innere Einsicht, diese geistige Erkenntnis auch zu ihnen kommt, so dass sie das von mir Gesagte bejahen können.
Freilich, es ist schade, dass in der christlichen Lehre von der Wiedergeburt nicht gesprochen wird. So mancher Mensch würde, hätte er dieses Wissen, diese Erkenntnis, sein Leben ganz anders gestalten. So mancher würde es sich überlegen, Selbstmord zu begehen. So mancher würde es sich überlegen, an einem Verbrechen teilzunehmen ‑ wäre ihm wirklich bewusst, dass er nach dem Tode dafür bestraft wird. Dass es nicht einfach so ist wie auf Erden, wo man hoffen kann, dass ein Verbrechen unentdeckt bleibt, dass niemand erfährt, was man getan hat, und dass man also auch nicht dafür bestraft wird. So leben sie als Unwissende, Ungläubige in den Tag hinein. Darum können wir nur bedauern, dass man noch nicht so weit ist, die Lehre von der Wiedergeburt offiziell zu vertreten. Doch der Tag und die Stunde werden kommen, da dies geschehen wird. Wann dies geschieht, kann ich euch nicht sagen. Noch haben ja diese Religionslehrer eine so gewaltige Macht und besitzen ein Ansehen unter den Gläubigen. Auf sie hört man ‑ selbst aber ist man nicht fähig oder willens, etwas mehr über die Schöpfung Gottes nachzudenken, etwas mehr in sich hineinzugehen. Täte man dies, so könnte man von innen heraus mehr Klarheit verspüren, und so manchem Menschen wäre dies von großem Wert. Doch wollen wir hoffen, dass diese Wahrheit der Menschheit, der Christenheit in nicht zu ferner Zukunft gegeben werden kann, weil dies ein Schritt für ihren geistigen Aufstieg sein wird.
Mit dem, was ich von Johannes dem Täufer gesagt habe, wollte ich hervorheben, dass die Menschen damals zwar von einem Messias wussten, seinen Namen aber nicht kannten. Dass sogar Johannes selbst, der doch als Prophet anerkannt war, bei Jesus deshalb rückfragen musste, den er ja kannte. Erst als ihm die Antwort überbracht wurde, ist es ihm ganz klar geworden, dass Jesus der Messias war. Als Jesus in seinen Anfängen auch über Johannes sprach, fragte er die Zuhörer, weshalb sie denn in die Wüste hinauswanderten? Sie taten es, um den Propheten Johannes zu sehen, sie fühlten sich einfach innerlich gezwungen, hinzugehen und sich ihn anzusehen. Sie lauschten seiner Predigt. Die einen waren für ihn, die anderen lehnten ihn ab.
Christus hatte sie gerügt, dass sie nur in die Wüste hinausgingen, um Johannes zu sehen, dass es ihnen aber nicht darum ging, ihr Leben zu ändern. Jesus wusste ja auch, dass der Täufer ein strenger Bußprediger war ‑ so nannte man ihn. Ich habe nun jenen Freunden meine Antwort gegeben, die nicht begreifen können oder wollen, dass man Jesus eben nicht von allem Anfang an als Messias erkannt hatte. Es lag in Gottes Willen und in seinen Gesetzen begründet, dass es sich so vollziehen sollte, wie es geschah. Im Laufe der Jahre wurde meinen Freunden doch so vielfältig Antwort gegeben. Liest man in den Büchern nach, so findet man die Antwort nur dann, wenn man sich mit der Geisteslehre näher vertraut gemacht hat. Das bloße Lesen eines Buches reicht dafür nicht aus.
Erlebnisbericht über das jenseitige Schicksal eines fehlbaren Menschen
Liebe Geschwister, ich möchte euch nun im Zusammenhang mit der Wiedergeburt durch eine Erzählung erklären, dass dieses Wiedergeboren‑Werden etwas Gnadenvolles ist, das dazu dient, den geistigen Aufstieg zu fördern. Denn ohne dieses Wiedergeboren‑Werden vermag man den Weg ins Himmelreich nicht zu finden, erreicht man das Ziel nicht, an das man kommen möchte. Ich berichte euch von einem Manne, der sich im menschlichen Dasein schwer belastet hatte, weil er sich an der Armut seiner Mitmenschen bereicherte und nur darauf ausging, sie zu betrügen. Er war ein hartherziger, kalter Mensch, auch gewalttätig, und so hatte er seine Seele aufs tiefste belastet, obwohl er wusste, dass es einen Gott gibt ‑ hatte er doch sogar behauptet, gläubig zu sein. Nun, darüber möchte ich nichts weiter anführen, sondern gleich schildern, wie es ihm 'drüben' erging.
Als er dort seine geistigen Augen öffnete, war alles dunkel um ihn her. Er besaß keine Schuhe und war ärmlich gekleidet. Der Boden unter seinen Füßen war sumpfig. Er musste die große Veränderung feststellen, die sich an ihm vollzogen hatte. Als erstes rief er nach seinen Angehörigen. Er rief nach seinem Sohn, seiner Tochter, seiner Frau, nach Bekannten und bat, sie möchten ihm doch beistehen. Denn obwohl er die Veränderung bemerkte, die mit ihm vorgegangen war, wurde er sich doch nicht darüber klar, was mit ihm geschehen war.
Jetzt aber musste er vernehmen, was man auf Erden über ihn sagte, als er gestorben war. Die Geisteswelt drehte diese kurze Zeit (wie im Film) zurück, und auf diese Weise konnte er jetzt als Geistwesen hören, was seine Mitmenschen von ihm hielten. Dadurch sollte ihm zugleich klar werden, dass er gestorben war. Nun hörte er, wie die Zurückgebliebenen über ihn sprachen: "Hoffentlich ist in der Hölle noch Platz für ihn. Wir sind Gott dankbar, dass er ihn endlich von dieser Welt abberufen hat. Er war wohl der schlechteste Mensch, den die Erde je gesehen hat" ‑ und so fort. Diese Bemerkungen drangen an sein geistiges Ohr, und er in seiner gewaltsamen Art hätte ihnen am liebsten dementsprechend geantwortet.
Doch war ja alles finster um ihn her, er konnte niemanden sehen. Wieder rief er nach einem Angehörigen, musste aber bald feststellen, dass dies nichts half. Er bemerkte jedoch, dass in seiner Umgebung Leben war, nämlich geistige Wesen, die sich in gleicher Weise als Mensch verschuldet hatten wie er. Mühsam tastete er sich in der Dunkelheit vorwärts in der Hoffnung, irgendwo auf ein Licht zu stoßen. Es gab aber kein Licht für ihn. Er verspürte indes die Nähe eines anderen Wesens, und er hörte auch das Rufen weiterer Geistwesen, die nach ihren Angehörigen riefen. Doch von nirgends und niemand kam Antwort.
Indem er sich nun so vorwärtsbewegte und die Nähe eines anderen Wesens spürte, fragte er diesen Geist, ob er ihm sagen könne, wo man sich hier denn überhaupt befinde. Doch dieser konnte ihm darauf keine Antwort geben; er sagte nur, dass er sehr unglücklich sei. "Bist du schon lange hier?", fragte ihn der Neuankömmling. "Ich kenne keine Zeit”, erwiderte der andere, "für mich ist es schon eine Ewigkeit her, dass ich hier bin. Ich weiß nicht, wie lange ich wirklich schon hier bin, es gibt ja hier keinen Tag, es ist doch immer Nacht." ‑ "Meinst du, dass dies die Hölle ist?", fragte nun der zuletzt Angekommene. ‑ "Das glaube ich nicht”, war die Antwort, "die Hölle wird das nicht sein. Aber wenn ich an mein Leben zurückdenke, das ich auf der Erde gelebt habe, so könnte das hier vielleicht die Strafe dafür sein, ich weiß es nicht."
Beide hatten also keine Antwort, aber beide entschlossen sich, beisammen zu bleiben und sich gemeinsam vorwärtszutasten. Nur mühsam konnten sie gehen, denn der geistige Boden war sumpfig, und daher war es für sie höchst beschwerlich, sich auf ihm fortzubewegen. Zeitweise mussten sie sich niederlegen, sie empfanden große Müdigkeit, und sie sahen kein Ende ab ‑ es war doch alles finster. Sie bewegten sich auch mit Händen und Füßen vorwärts in der Hoffnung, etwas ertasten zu können. Doch sie ertasteten nur andere Geistgeschwister, die da in ihrem Elend lagen. Die einen waren ansprechbar, die anderen nicht. Eine Antwort aber auf die Frage, wo sie sich befanden, bekamen sie nicht. So bot sich ihnen keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Für alle, die in dieser Dunkelheit zu leben hatten, war es eine Zeit harter Bedrängnis. Dass sie ihnen wie eine Ewigkeit vorkam, ist wohl begreiflich. Es gab ja keinerlei Abwechslung irgendwelcher Art in ihrem geistigen Dasein, noch bot sich ihnen irgendetwas Wohltuendes. Sie spürten nur diesen nassen, sandigen, sumpfigen Boden, und sie selbst fühlten sich ebenso beschmutzt. Auf diesen geistigen Boden mussten sie sich niederlegen, wenn sie müde geworden waren oder sich miteinander unterhalten wollten. Denn es war einfach zu mühsam, sich in dieser Finsternis ständig vorwärts oder rückwärts zu bewegen. Also versuchte man, mit einigen Geistwesen zusammenzukommen, um nicht in der Finsternis so einsam zu sein. Man tastete sich zueinander hin und fing an, miteinander zu reden. Ein jedes klagte darüber, in eine solch bedrängte Welt hineingekommen zu sein. Ihnen allen fehlte jedes geistige Wissen; sie besaßen keinerlei geistige Erkenntnisse. Man lebte einfach mit den anderen zusammen und ahnte nichts von dem, was hier vor sich ging und was noch kommen würde.
Wohl hatten die Wesen dort die Erinnerung an das zurückgelegte Erdenleben. Sie besaßen aber keine Möglichkeit, sich durch ihren Willen an ihre alte Stätte auf Erden zu versetzen, wo sie als Menschen gelebt hatten. Festgebunden waren sie an den Ort ihrer Bedrängnis. Wenn sie beisammen waren, sprachen sie auch über Gott. Sie sprachen von der Hoffnung, dass man doch vielleicht ‑ vielleicht ‑ erlöst werden könnte. Aber im Grunde schien ihnen allen dies ganz unmöglich zu sein, und so hockten sie trostlos beisammen. Keiner hatte für den anderen ein Wort der Hoffnung und des Trostes. Man hatte nur zu klagen, und mancher bedauerte, sein menschliches Leben nicht noch mehr ausgekostet zu haben. Darum bewegten sich ihre Gedanken, ihre Gespräche.
Dass solche Gesinnung dieser Geistwesen nicht dazu dienen konnte, ihnen Befreiung zu verschaffen, ist euch wohl verständlich. Sie hatten ja von einer Geisteslehre keine Ahnung. Sie hatten sich in ihrem Erdendasein nicht einmal um die weltlichen Gesetze gekümmert, und also erst recht nicht um die geistigen. Daher bezeigten sie auch keine Reue, es kam zu keiner Sinnesänderung. Folglich konnte ihnen vom geistigen Standpunkt aus auch nicht geholfen werden.
Der Bereich, wo diese Finsternis herrschte, war von Gott für jene belasteten Wesen verfügt worden. Ständig kamen neue Geistwesen hinzu, doch gab es auch einen Abgang von Geistwesen aus dieser Dunkelheit, Diese geistige Ebene war recht groß, und so konnte man an ihrem einen Ende nicht in Erfahrung bringen, was an ihrem anderen Ende geschah. An diesem anderen Ende aber befanden sich jene Geistwesen, bei denen sich eine Sinnesänderung vollzog. Auch unter ihnen waren welche, die nach Mitgeschwistern suchten, mit denen sie sich besprechen konnten. Da war einer, der Gott um Hilfe und Vergebung anflehte, man konnte ihn hören. Ein anderer rief laut alle die Vergehen aus, die er im Erdenleben begangen hatte; er bekannte sich zu ihnen und rief zu Gott in der Hoffnung, so befreit zu werden. In die Dunkelheit rief er hinaus und bat den für ihn unbekannten Gott um Gnade, indem er zugleich Wiedergutmachung versprach. Wieder ein anderer betete um Vergebung seiner Sünden; auch er wollte wiedergutmachen. In so verschiedener Weise gaben die einzelnen ihren Gefühlen Ausdruck.
Insgesamt aber bedauerten alle die Wesen, die sich am Ende dieser Ebene befanden, was sie im Leben getan hatten. Sie waren zu einer anderen Gesinnung gekommen und bereuten. Doch was sie in die Finsternis hinausriefen, konnten jene am anderen Ende der Ebene nicht mehr vernehmen. Sie hatten sich zusammengetan in der Hoffnung, durch gemeinsames Rufen um Gnade durch gemeinsames Gebet schließlich doch gehört zu werden. Ihnen war bewusst geworden: es gibt einen Schöpfer, es gibt einen Herrscher, einen, der alles aufgebaut und dem man sein Leben zu verdanken hat. Und es ist bestimmt jemand da, der den Weg zur Befreiung ebnet. Unter ihnen waren doch auch Wesen, die im menschlichen Leben gläubig gewesen waren und sich nun an manches erinnerten, was in der Glaubenslehre verkündet worden war. Dadurch wurden sie in ihrem Hoffen bestärkt, und in dieser Hoffnung fanden sie Trost, um auszuharren. Doch ging dies eine lange Zeit.
Die endliche Befreiung aus der Bedrängnis
Gleichwohl, indem sie sich zusammengetan hatten und in ihrer Gesinnung sich einig geworden waren, fiel ihnen ihr Los zu tragen nicht mehr so schwer. Ein jedes von ihnen trug dieselbe Last, ein jedes hatte dieselbe Hoffnung, jedes bereute und hatte seine Gesinnung geändert. Unter ihnen nun befand sich auch ein Geist, dessen Zeit der Bedrängnis abgelaufen war. Er löste sich von seiner Gruppe und sprach den Wunsch aus, er möchte sich entfernen und allein ins Gespräch mit Gott kommen, er möchte noch inniger beten, Gott noch flehentlicher um Vergebung bitten. So tastete er sich aus der Gruppe heraus und fand einen Platz etwas abseits von den anderen. Jetzt rückte die Zeit seiner Befreiung heran.
Dabei hatten alle die Wesenheiten dieser Gruppe, die ihre Gesinnung gewandelt hatten, ein Erlebnis, das ihnen für ihre eigene Zukunft zu großem Troste wurde. Selbst die am anderen Ende der Ebene, die so weit entfernt waren, dass sie nichts hören konnten ‑ selbst sie vermochten den Lichtschein eines göttlichen Wesens zu erblicken, das jetzt in diese Finsternis hereintrat. Durch sein Erscheinen verbreitete sich Licht an allen Enden dieser geistigen Ebene Das größte Licht erblickten dabei jene, die in dessen nächster Nähe waren.
Dieses geistige Wesen schritt langsam auf den Bruder zu, dessen Zeit der Bedrängnis abgelaufen war, und führte ihn aus der Dunkelheit heraus, ganz langsam dem Lichte zu. Alle erlebten diese in der Finsternis aufgetauchte Lichterscheinung, und sie bemerkten auch, dass nun plötzlich auch der Befreite oder Erlöste einen Lichtschein von sich gab. Sie konnten beiden nachblicken, als sie dieser Dunkelheit entflohen. All denen, die in ihrer Gruppe ihre Sinnesart gewandelt und sich Gott zugewandt hatten, weil sie einsahen, dass sie ihr Leben falsch geführt hatten, wurde jetzt klar, dass auch für sie die Zeit kommen würde, da sie befreit würden. So waren sie trotz ihres Leides innerlich voll des Jubels und der Freude. Jetzt hatten sie sichtbare Hoffnung erlebt und erkannt, dass es für ein jedes eine Befreiung geben werde, dass es für die Zurückgebliebenen nur eine Frage der Zeit sein würde, Jene, die sich in ihrer Gesinnung einig geworden waren, beteten jetzt noch eifriger, flehten noch inständiger um Gnade und Barmherzigkeit, beflügelt von der Erwartung, in nicht allzu ferner Zeit auch geholt zu werden.
Und so geschah es, Eines nach dem anderen dieser reuigen Geistwesen wurde geholt. Jedes Mal, wenn der Engel erschien, strahlte Licht in die Dunkelheit hinein. Dadurch erlebten selbst jene einen Hoffnungsschimmer, die noch in tiefer Finsternis dahinlebten, noch keine Antwort gefunden hatten, nicht begriffen, dass sie für all das bestraft würden, was sie auf Erden gefehlt hatten, und Gottes Gerechtigkeit noch nicht zu erfassen vermochten. Auch für sie sollte das Kommen des Engels eine Antwort sein; auch sie sollten ahnen, dass es für sie ebenfalls eine Befreiung und Erlösung geben würde.
Damit möchte ich mich eben jenen wieder zuwenden, die sich zwar zusammengefunden hatten, aber nicht einsehen konnten, dass Gott sie für ihre Untaten bestrafte. Durch das Erscheinen des Gottesboten aber hatten auch sie einen Hinweis erhalten, dass für alle eine Erlösung zu erhoffen war, dass aber diese Erlösung nur durch das 'Licht von oben' geschehen konnte, wenn ich es so ausdrücken darf. Mit diesem 'Licht von oben' kann ja nur Gott mit der ihm eigenen Macht und Gewalt gemeint sein. So kamen auch die Wesen dieser Gruppe allmählich zu einer anderen Auffassung. Sie mussten sich eingestehen, dass sie ihr Leben auf Erden nicht zu Gottes Gefallen gelebt hatten, und sie wurden bereit zu bereuen, denn sie wollten aus dieser Finsternis heraus. War dies doch wahrhaft ein Ort der Unseligkeit, an den sie gebannt waren. Jeder kam allmählich auf diese Weise mit Gott und Christus ins Gespräch.
Einst in der Dunkelheit erwacht – und doch kam allmählich eine höhere Erkenntnis
Ich möchte aber auf den Geist zurückkommen, von dem ich gesagt hatte, dass er in dieser Dunkelheit erwacht war. Auch er kam zu höherer Erkenntnis. Er sah ein, dass er im Leben schwer gesündigt hatte, und dass dies hier Strafe und Sühne war. So kam es innerhalb seiner Gruppe mit der Zeit dahin, dass jeder einzelne schließlich Erlösung fand ‑ nicht alle zusammen, sondern einer nach dem andern, wenn jeweils für den einzelnen die Zeit der Bedrängnis abgelaufen war, wie sie nach geistiger Zeitrechnung für sie festgesetzt worden war.
So kam auch für diesen Bruder der Augenblick, wo er von Gott der Gnade teilhaftig wurde. Der befreiende, erlösende Engel trat auf ihn zu und entfloh mit ihm dieser Dunkelheit. Freilich ging man nur ganz langsam ans Licht, denn ein Wesen, das so lange in geistiger Finsternis verbracht hat, könnte das Licht mit seinem geistigen Auge nicht ertragen, wenn es zu plötzlich auf ihn zukäme. Also tritt man ganz behutsam mit ihm ins Licht hinein; langsam wurde es immer heller, so dass der Bruder sich allmählich an das Licht gewöhnen konnte.
Aus der Dunkelheit heraus betrat man einen Bereich der Dämmerung, und der Bruder konnte beobachten, wie in ihr gelebt wurde, denn auch hier hielten sich geistige Wesen auf. Die einen wurden dort für ihren weiteren Aufstieg unterrichtet; die anderen erlebten in dieser Dämmerung ihre Läuterung. Unser Bruder aber wurde aus diesem Bereich heraus immer mehr ins helle Licht geführt, bis er jene Geistesstufe erreichte, von der er bei seiner Menschwerdung ausgegangen war. Denn es wurde euch erklärt, dass es im Geiste kein Zurücksinken in der Entwicklung gibt, nur einen Stillstand. Damit kann sich eine vorübergehende Zeit der Bedrängnis verknüpfen, gewissermaßen eine Gefängniszeit. Doch ist diese vorüber, betritt man wieder jene geistige Ebene, von der man ausgegangen ist. Man nimmt also wieder dieselbe Entwicklungsstufe ein, von der aus man ins Menschendasein trat. Man hat sich somit nicht fortentwickelt, ja man musste vor der Rückkehr in die alte Stufe sogar eine lange Zeit der Bestrafung über sich ergehen lassen.
Die Gnade eines neuen Erdenlebens um Bescheidenheit und demütig zu werden
Als unser Bruder jetzt an den Platz zurückgekehrt war, von dem er ausgegangen war, wurde ihm erklärt: "Dein Verschulden in deinem Erdenleben war so schwer, dass du alles niemals in der Geisteswelt wiedergutmachen kannst. Daher wirst du das, was du an Schuld dir aufgeladen hattest und noch nicht bereinigt hast, in einem neuen Erdenleben gutzumachen haben. Du wirst als Mensch wiedergeboren, aber in abermalige Bedrängnis hinein, damit deine Seele geläutert und dein Geist erhellt werden kann. Nur auf diesem Wege wird es dir möglich werden, deinen Aufstieg zu bewerkstelligen. Zuerst musst du Bescheidenheit lernen, musst du in der Seele gedemütigt werden ‑ nur das kann dich vorwärtsbringen."
Dieser Bruder hatte den Umfang seiner im Erdenleben begangenen Vergehen an seiner harten Läuterung ablesen können. Jetzt führte ihn der Geist Gottes hin zur Umwandlung, zur Vorbereitung für ein neues menschliches Dasein. Da, wo diese Vorbereitungen der Umwandlung getroffen werden, wird auch der Lebensplan für das bevorstehende Erdenleben gezeichnet. So wurde der Bruder dafür gezeichnet, dass er als Mensch sein ganzes Leben über stumm bleiben sollte und dazu in seinem menschlichen Denken beschränkt. Auf diese Weise sollte er an der Schuld weiter abtragen, die er auf sich geladen hatte.
So wurde es verfügt. Ein Geist Gottes ist dazu bestimmt, darüber zu wachen, dass alles sich so vollzieht. Er sorgt dafür, dass alles in jene Bahnen gelenkt wird, wie es von oben her bestimmt wurde. Ist ein solches Schicksal als Karma festgezeichnet, wird es keine Hilfe geben. Keine Kunst des Menschen vermag da Erleichterung zu bringen. Was im Lebensplan unabdingbar gezeichnet ist, muss geschehen. In diesem Falle also war der Bruder unbedingt verurteilt, nicht bedingt.
Ich mache nun einen großen Schritt in sein menschliches Dasein hinein. Alles ereignete sich mit ihm, wie es bestimmt war. Also war sein Leben hart. Er war auf die Güte der Menschen, auf ihre Barmherzigkeit, auf ihr Verständnis angewiesen, auf ihre Geduld, auf ihr Wohlwollen, auf ihre Liebe. Es ist euch aber wohl begreiflich, dass er diese Liebe, dieses Wohlwollen nicht sein ganzes Erdenleben hindurch erfahren durfte. Denn Menschen sind keineswegs immer geduldig und wohlwollend, besonders wenn es sich um solche schwer leidenden Mitmenschen handelt. Also hatte der Bruder ein schweres Leben durchzustehen.
Freilich: der Geist inwendig im Menschen weiß mehr als der äußere Mensch, in den er eingekleidet ist. Die Seele des Menschen weiß, weshalb sie als Mensch ein solches Leben durchzustehen hat, denn in die Seele war dieses Schicksal eingezeichnet. Also musste dieser Mensch, wie der Engel ihm gesagt hatte, das ganze Leben hindurch Demütigungen auf sich nehmen. Dadurch und durch das Ertragen von Leiden wurde diese Seele zur Gesundung geführt. Denn mochte der Mensch auch in seinem Denken beschränkt sein: soviel merkte er doch, dass es anderen besser ging als ihm, und darunter litt er.
Als er aber sein Erdenleben beendet und seine Augen wieder im Geistigen geöffnet hatte, da frohlockte dieser Geist, denn jetzt konnte er sprechen, denken, überlegen. Jetzt war er gesund, und so hatte er nur Worte des Dankes an den Schöpfer. Durch diese Demütigungen hatte seine Seele Läuterung gefunden. Nur durch das Wiedergeboren‑Werden hatte in diesem krassen Fall der Betroffene zur Befreiung gefunden, nur so konnte er einen Schritt aufwärts tun.
Bei seiner Wiederkehr in die göttliche Welt hat der Bruder nicht darüber geklagt, dass er als Mensch anders leben musste als seine Mitmenschen, vielmehr hat er Gott gedankt, dass er nach diesem Erdenleben jetzt frei geworden war. Er versprach, ein würdiger Diener im Heilsplan Gottes zu sein. So nahm man sich seiner an, man belehrte ihn. Zwar sollte dies ja nicht sein letztes menschliches Leben gewesen sein, aber man hatte ihn von seiner Schuld befreit und ihm die Möglichkeiten geboten, in einem künftigen Erdenleben einen neuen Anfang für seinen Aufstieg zu machen. Schritt für Schritt geht man den Höhen entgegen. Der Mensch geht durch sein Leben mit Problemen oder gar in der Bedrängnis. Dies alles sind Prüfungen, Prüfungen ‑ womöglich in die Seele eingekerbte Prüfungen wie im letzten Fall. Doch besteht man diese Prüfungen, dann öffnet sich ein weiteres geistiges Tor, durch das man eintreten kann. Dann wird man von den Heiligen des Himmels empfangen. Man wird von ihnen belehrt, wird in eine Arbeit eingereiht, einem höheren Geistwesen zugeteilt, dem man für sein Tun Rechenschaft abzulegen hat.
So öffnet sich dem Heimgekehrten eine höhere Welt. Dies alles geschieht durch die Gnade Gottes. Das ist der Weg des Menschen, der da auf dieser Erde lebt. Er kann in das Himmelreich nur eingehen, wenn er auf Erden wiedergeboren wird. Wie viel Wertvolles und Tröstliches bietet ihm die Wahrheit der christlichen Lehre. Sie gibt ihm Mut und Hoffnung für sein Leben, sie gibt ihm Kraft und geistig höhere Erkenntnis. Sie führt ihn auf seinem Lebensweg und hilft ihm, seine Probleme zu lösen, den rechten Weg zu finden. Man ist niemals allein. Wer die Hände ausstreckt hin zu jenen für euch unsichtbaren, höheren geistigen Wesen, dem schlägt es zum Heile aus. Doch einem jeden bleibt es überlassen, seine eigene Gesinnung zu hegen. Einem jeden ist es überlassen, ob er sich im Glauben an Gott, an den Erlöser und an die ganze Geisteswelt Gottes festigen will.
Liebe Geschwister, ich möchte euch entlassen mit dem Segen Gottes, der über alle kommen und euch behüten und beschützen soll vor Not und Gefahr, der euch helfen soll zu gesunden, wer da krank ist, sei es an Leib oder Seele. Gott zum Gruß!